Wer sind wir und was wollen wir?
Wir sind eine lose Gruppe bisher größtenteils Studierende/r, die sich für politisches Engagement interessieren. Unser Fokus liegt dabei weniger auf der Gremienarbeit, als auf der niedrigschwelligen Inklusion anderer, bisher nicht hochschulpolitisch aktiver Studierende/r.

Da die notwendige Verbindlichkeit von Gremienarbeit viele Studierende in der heutigen abschreckt, wollen wir versuchen, über Veranstaltungen und zeitlich kurze, absehbare und gut planbare Projekte bisher nicht hochschulpolitischen Studierenden die Scheu vor studentischem Engagement zu nehmen und die Beteiligungshürden durch Know-How-Sharing größtenteils von Studierende für Studierende möglichst abzusenken.

Konkret möchten wir mit Veranstaltungsreihen zu Methoden und Techniken für hochschulpolitisches Engagement organisieren. Das Projekt soll „„Raise your voice“- Werkzeugkasten für kreativen studentischen Protest“ heißen. Damit möchten wir Studierenden ermöglichen, sich selbstbestimmt und selbstorganisiert gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Antiziganismus und andere Diskriminierungsformen zu engagieren.

Zielstellung der Veranstaltungen
Die politische Erlebniswelt Jugendlicher und Jungerwachsener hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Durch die Reformen in der Bildungslandschaft (Bologna-Prozess, Abitur nach 8 Jahren, Ganztagsschule) hat der Bereich des selbstbestimmten Lernens gegenüber dem institutionalisiertem Lernen an Wichtigkeit verloren. Diese Entwicklung führt auch dazu, dass die wenigsten jungen Studierenden selbstbestimmt unter Gleichaltrigen politisch aktiv werden konnten. Das hat zur Folge, dass durch mangelnde Vorerfahrungen auch das Know-How über politisches Engagement abgenommen hat. Unsere Veranstaltungsreihe soll alle interessierten Studierenden ermächtigen, selbst politisch aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Antiziganismus und andere Diskriminierungsformen zu werden.

Deshalb soll inhaltlich mit den einzelnen Workshops und Vorträgen ein Methodenkoffer für politisches Engagement bereit gestellt werden. Der Schwerpunkt soll auf dem Erlernen von Methoden und Techniken liegen, die die teilnehmenden Studierenden selbstbestimmt in selbstgewählten Kontexten in ihr eigenes politisches Engagement einbringen können. Die Entscheidung, eher methodische Inhalte für praktisches studentisches Engagement anzubieten, haben wir aus zwei Gründen gewählt. Zum einen möchten wir dem sogenannten „Beutelsbacher Konsens“ für politische Bildung gerecht werden. Dieser sieht neben dem erfahrungsgestütztem Lernen politische Neutralität und das sogenannte „Überwältigungsverbot“ vor. Darüber hinaus wollen wir den inhaltlich und theoretisch arbeitenden Hochschulgruppen keine Konkurrenz schaffen, sondern ein ergänzendes Angebot anbieten.

Methodischer Ansatz
Methodisch soll darauf geachtet werden, dass die Veranstaltungen die teilnehmenden Studierenden möglichst partizipativ einbinden und möglichst viele Inhalte von den Studierenden unter Anleitung selbst erarbeitet werden. Um den Aspekt des studentischen „peer learning“ noch zu unterstreichen, wollen wir versuchen, wo es geht, studentische Referentinnen aus den jeweiligen Fachbereichen mit der entsprechenden Expertise aus Universität oder Zivilgesellschaft zu gewinnen.

Inklusion
Da die Hürden für nicht-privilegierte Studierende noch höher sind, wollen wir bei unserer Veranstaltungsreihe zumindest versuchen, auf die Existenz dieser meistens unsichtbaren Hürden für hochschulpolitische Beteiligung eingehen. Da wir größtenteils dem obigen Bild privilegierter Studierend_er entsprechen, fürchten wir, dass uns für viele Bedürfnisse durch unsere Sozialisation die Awareness fehlt. Dies wollen wir auf unseren Werbematerialien thematisieren. Wir hoffen damit, Betroff_enen das Formulieren von Bedürfnissen zu erleichtern. Darüber hinaus wollen wir auf unseren Werbematerialien darum bitten, uns zu kontaktieren, falls eine Übersetzung in eine andere Sprache oder in Gebärden von Vorteil wäre (falls der dafür vorgesehene Etat nicht ausreicht, würden wir die Aufwandsentschädigung dafür nachbeantragen). Diese Hinweise sollen auf unseren Werbeträgern zumindest in einer weiteren Sprache als Deutsch kommuniziert werden (Platzproblem bei Flyer, auf der Homepage und Postern ausführlicher). Zudem soll darauf geachtet werden, dass die Veranstaltungsorte barrierefrei zugänglich sind und dies auch auf unseren Werbeträgern kommuniziert wird.